Uhler gehörte mit den Dörfern Mannebach, Korweiler und Dorweiler vor der Reformation zur ehemaligen Großpfarrei Mannebach-Waldeck, die auf Bestreben der Herren von Waldeck, deren Herrschaft ein reichsunmittelbares Territorium bildete, entstanden war. Politisch gehörte Uhler allerdings, im Gegensatz zu den drei anderen Dörfern, nicht zur Waldecker Herrschaft, sondern zum Dreiherrischen Gericht Beltheim. Die Einwohner waren sponheimische Außenbürger von Kastellaun.

Bereits im späten 13. Jahrhundert dürfte es in Uhler eine Kirche oder eine Kapelle gegeben haben, denn 1318 stifteten die Sponheimer Grafen Geld für eine Messe in Uhler. Der älteste Teil der heutigen Kirche, der Turm, dürfte im späten 14. Jahrhundert erbaut worden sein. Laut der mündlichen Überlieferung soll es vorher eine Kapelle gegeben haben.

Mitte des 16. Jahrhunderts – der genaue Zeitpunkt ist unbekannt – wurde in Uhler die Reformation eingeführt. Uhler wurde aus der Pfarrei Mannebach-Waldeck herausgelöst und zur evangelischen Gemeinde mit eigenem Presbyterium. Zunächst übernahmen die Pfarrer von Bell und von Roth die Betreuung der Gemeinde, ab ca. 1560 oblag einem der beiden Pfarrer von Kastellaun die Seelsorge in Uhler. Diese pfarramtliche Verbindung mit Kastellaun blieb bis 2009 erhalten.

Am 1. November 2009 wurde Uhler pfarramtlich mit den Kirchengemeinden Bell und Leideneck verbunden. Diese drei Gemeinden schlossen sich am 1. Januar 2016 zur neuen Kirchengemeinde Bell-Leideneck-Uhler zusammen, die aber nur vier Jahre bestehen bleiben sollte. Denn am 1. Januar 2020 bildete diese Kirchengemeinde zusammen mit den Nachbargemeinden Gödenroth-Heyweiler-Roth, Horn-Laubach-Bubach und Riegenroth die neue Evangelische Kirchengemeinde Zehn Türme.

Das Schiff der heutigen Kirche in Uhler entstand vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts, als in Uhler die Reformation eingeführt wurde. Die frühere Kirche oder Kapelle war kleiner, der Turm niedriger. Im Turm der Dorfkirche, der noch aus der Bauzeit stammt, sind noch die damaligen romanischen Fensternischen und eine Zwillingsarkade mit einer Holzsäule unterhalb des heutigen Glockengeschosses zu sehen. 1581/82 erfolgte eine größere Renovierung, ebenso gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Ihr heutiges Gesicht erhielt das Gotteshaus beim Umbau 1962/63. Von der romanischen Kirche hat sich der Turm erhalten, der Saalbau im üblichen barocken Landkirchentypus hat das Gepräge des späten 17. bis frühen 18. Jahrhunderts.

Die Innenausstattung wurde bei der großen Renovierung 1962 völlig erneuert. Von der alten Kirche ist nur die Kanzel erhalten geblieben. Diese Kanzel hat klassizistisches Gepräge und dürfte um 1800 erbaut worden sein. Altar und Kirchengestühl stammen aus dem Jahr 1963. Mit der damaligen umfangreichen Renovierung wurde auch der Eingang von der seitlichen Kirchenwand auf die vordere Turmwand verlegt. Der alte Eingang ist noch deutlich zu erkennen.

Im Eingangsbereich der Kirche werden die alten Kelche der Gemeinde aufbewahrt. Der älteste Kelch dürfte ebenfalls aus dem späten 17. bzw. dem frühen 18. Jahrhundert stammen, der zweite Kelch ist aus der Zeit des 2. Weltkrieges. 1997 kaufte die Gemeinde einen neuen Abendmahlskelch, 2008 einen weiteren. Im Eingangsbereich der Kirche werden zudem zwei Abendmahlskannen sowie eine Hostien-Schale und frühere Altarbibeln aufbewahrt.

Das heutige Taufbecken stammt aus dem Jahr 1978 und ist aus Bronze. Das alte Taufgerät, im Eingangsbereich der Kirche ausgestellt, stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Schale zeigt Herzen, Blüten und Tannenzapfen, die Kanne Blattwerkgravierung und eine hohe Kuppa.

Von einer ersten Orgel wird 1777 berichtet, erbaut von der Orgelwerkstatt Stumm. 1866 erhielt Uhler eine neue Stumm-Orgel. Die auf zwei gusseisernen Säulen ruhende Orgelempore im Chorraum über dem Altar wurde 1963 entfernt, die Orgel wurde auf der gegenüberliegenden Empore aufgestellt. Teile der alten Stumm-Orgel fanden dabei Verwendung in der heutigen, 1962 von der Orgelbauwerkstatt Oberlinger gefertigten einmanualigen Orgel mit acht Registern und einer Koppel. Die Einweihung der Orgel fand 1966 statt.

Im Kirchenumfeld wurden die alten Glocken der Gemeinde aus dem Jahr 1949 aufgestellt, die Ende der 1970er Jahre durch drei Bronzeglocken ersetzt wurden. Die drei heutigen Glocken wurden 1976 in der Glocken- und Kunstgießerei Rincker im hessischen Sinn gegossen.

Dieter Junker